Rezension von „Turn Off“ – ….klingt nach „Eloy featuring special guest Edgar Froese….“

Ein Auszug eines Shamall-Reviews von Kinesis Progressive Rock: „….wir widmen hier den meisten Platz der Veröffentlichung des letzten Shamall-Albums „Turn Off“, weil es das ist, was wir uns angehört haben. Es ist offensichtlich, dass starke Pink Floyd-Einflüsse auf allen Shamall-Alben zu hören sind. Dennoch erinnert das Album „Turn Off“ eher an Eloy, die ja ebenfalls von Pink Floyd beeinflusst sind. Shamall klingt hier allerdings nicht nur ein bisschen nach Eloy – wenn man es nicht besser wüsste, würde man denken, dass „Turn Off“ ein neues Eloy-Album wäre. Genauer gesagt, es klingt nach Eloy featuring special guest Edgar Froese.

Das ist eine der bemerkenswerten Qualitäten dieses Albums, wie gut Shamall Sequenzer und Synthesizer im Stil von Tangerine Dream in die Musikrichtung Progressive Rock integriert hat. Obwohl überwiegend instrumental, gibt es männlichen und weiblichen Gesang in englischer Sprache.

Sie würden es wahrscheinlich nie erraten, dass Shamall in erster Linie das Werk eines einzigen Mannes – Norbert Krüler – ist. Insgesamt ein erstaunliches Album – der musikalische Stil hätte vielleicht über die gesamten 150 Minuten etwas mehr variieren können, aber Sie werden sich weder auf dieser noch einer der anderen Shamall-Alben übers Ohr gehauen fühlen. Die meisten sind Doppel CDs, und jede Scheibe ist fast voll. Hier gibt es eine Menge Musik zu hören.

c/o Kinesis Progressive Rock, 2016

Ambiguous Points of View – eine Rezension von Stephan Schelle

Ambiguous Points of View 2 CD (2006)
Ambiguous Points Of View ist das mittlerweile zehnte Album von Norbert Krüler aka Shamall, der hier unter Beweis stellt, dass er nicht nur im Elektronikbereich, sondern auch im Progressiv- und Krautrock zu Hause ist. Zwar hatte er dies schon auf seinen beiden Alben The Book Of Genesis und Who Do The Think They Are begonnen, doch auf dem neuen Album beschreitet er diesen rockigen Weg noch konsequenter.

Die Doppel-CD kommt in einer erstklassigen Aufmachung daher (Digipack im Format eines kleinen Buches), das sich selbst mit dem Standard von Produktionen des InsideOut-Labels, deren CD-Gestaltung vorbildlich ist, messen kann. Auf einem 28seitigen, im Digipack befestigten Booklet sind alle Texte enthalten und mit sehr ansprechenden Bildern und Kollagen versehen. Allerdings kommt hier mein einziger Kritikpunkt an dieser CD zu Tage, denn einige Texte sind in weißer Schrift auf hellem Untergrund kaum zu lesen. Ansonsten lässt das Äußere der 157minütigen CD keine Wünsche offen.Und die Musik steht dem in Nichts nach, denn Norbert hat seine beiden Konzeptstücke Everything Has Two Sides und Far Away From Reality , die die Kernstücke der jeweiligen CDs darstellen, mit Melodien versehen, die sofort ins Ohr gehen. In diesen beiden epischen Stücken, die in mehrere Teile unterteilt sind, zelebriert er eine Mixtur aus Musik zwischen Pink Floyd und Eloy und würzt sie mit weiteren Zutaten. Alle, die mit Werken von Dark Side Of Moon bis The Wall von Pink Floyd sowie den 70er und 80er Jahre Werken der deutschen Band Eloy groß geworden sind, finden sich auf dieser Scheibe sofort zu Haus. Mir erging es jedenfalls so, dass ich die Melodien von Shamall nicht mehr aus dem Kopf bekam. Irgendeinen Teil hervorzuheben, ist nicht möglich, man muss das Teil einfach komplett hören. Dabei wird man immer wieder mit Teilen konfrontiert, in denen sich Melodien, Gesang und Rhythmen wiederholen. Und das macht die Scheibe noch intensiver.[…]

Für die Elektronikpuristen hat Norbert aber auch noch mit dem 19minütigen Time Is Running Out , dem Zweiminüter Babylon Atmosphere und dem fast achtminütigen Yesterdays Dance drei Instrumentals als Bonusmaterial mit auf die CDs genommen. Diese drei bewegen sich im Stil seiner früheren Werke.

Diese CD gehört für mich zu den Highlights des Jahres 2006. Aufmachung und Musik sind erstklassig und werden von mir uneingeschränkt empfohlen.
–c/o Musikzirkus Magazin, Stephan Schelle, Jan. 2007